ruhige See
Am dritten Tag meines neuen Lebens scheint endlich die Sonne und vom Meer weht mir morgens ein erfrischender Wind ins Gesicht. Ich freue mich, denn ich stehe auf meinen Füßen.
Die ersten Schritte sind schwierig, oft muss ich stehen bleiben, erinnere mich, wie wir mit der Zeit in Lichtgeschwindigkeit um die Wette gelaufen sind, uns allein der Raum gehörte.
Abends auf dem Weg nach Hause lasse ich mit meinem Blick die Tränen zur Elbe fließen, stecke Dir einen Brief in die Post und bin erleichtert, daß ich immer noch stehe, daß das Haus noch steht, was mein tu huus war, wo Du lebst, wo meine Tränen an Dir vorbei schwimmen werden, ins Meer; von dort hinauf in den Himmel steigen und hinab regnen, beim nächsten Schauer auf Dich, meinte plötzlich der Buddhist…
Gert de Graaff
daringlyjules
Der Monat neigt sich seinem Ende und einem traurigen Schluß:
Das Drama der goldenen Kälber, die geschlachtet wurden und ihre Opferung meiner Göttin Psyche.
Sie badet im Hamburger Dauerregen, wäscht sich die vergnüglichen Monate von den Schmetterlingsflügeln, und vermisst ihren verbrannten Cupido in seiner Höhle.
Frederic Leighton
Und wie ihr, stehen nun mir die waghalsigsten Aufgaben bevor, ehe und ungewiss ob, Du meinen Todesschlaf je verscheuchst. Ich verscheuche die Angst und lausche dem Schilfrohr, wie es Deinen schönen Namen wispert, bade in dem Bewußtsein der Liebe bevor ich einschlafe und von Cupidos Besuchen träume.


